In Frankreich tobt der Arbeitskampf: Mit immer radikaleren Aktionen verleihen Beschäftigte der französischen Gas- und Stromwerke ihrer Wut Ausdruck. Am Samstag mussten fast 80.000 Menschen mehrere Stunden ohne Strom auskommen, nachdem Angestellte einfach den Strom abgestellt hatten. Betroffen von der Protestaktion waren unter anderem Krankenhäuser und Einkaufscenter.
Die Belegschaft fordert seit langem mehr Lohn für ihre Arbeit, Verständnis für die Aktion vom Wochenende haben aber nur wenige: Premierminister Francois Fillon sprach in der Zeitung „Le Parisien“ von einer „gewaltsamen Aktion“ und einem „Sabotageakt“, der „nichts mit einem sozialen Dialog“ zu tun hätte. Die betroffenen Gas- und Stromunternehmen GrDF und ErDF haben mittlerweile eine Klage gegen unbekannt erhoben.
Die zunehmende Radikalisierung französischer Beschäftigten kam auch die Teppichetage der Gas- und Stromunternehmen jüngst zu spüren: Um ihre Forderung nach besseren Gehaltskonditionen durchzusetzen, nahmen Angestellte vor wenigen Wochen Führungskräfte in Geiselhaft.