Protest gegen Erdgasförderung eskaliert: Viele Todesopfer in Peru

Seit April protestiert die indigene Bevölkerung Perus gegen die von der Regierung beschlossenen Dekrete, die ein neues Freihandelsabkommen mit den USA vorsehen. Darin geht es vor allem um die Erdöl- und Erdgasförderung durch ausländische Konzerne. Die Indios und Kleinbauern fürchten, dass sie ihre Lebensgrundlagen, ihr Recht auf Grund und Boden, verlieren.

Als am Freitag 2500 Indios eine Straße blockiert hielten, schwappte die Demonstration in brutale Gewalt über: Die Indios sprechen von mindestens 30 Personen, die auf ihrer Seite erschossen wurden, zudem bezichtigen sie die Polizei des „Völkermordes“. Offizielle Stellen zählten hingegen nur drei tote Demonstranten, dafür 14 ums Leben gekommene Polizisten. Die schreibt das Onlineportal des „Bieler Tagblatt“.

Die auch mit Helikoptern im Einsatz gewesenen Polizisten hätten die Demonstranten mit Schnellfeuerwaffen angegriffen, schilderten Augenzeugen. Auch der nationale Radiosender CNR erhebt schwere Vorwürfe – gestützt auf Angaben lokaler Medien – gegen die Beamten: Diese seien in Krankenhäuser eingedrungen, hätten verletzte Indios herausgezerrt und diese danach an ein unbekanntes Ziel gefahren. Angehörige der Verletzten, die vor den Krankenhäuser gewartet hätten, seien bedroht und mit Schüssen verjagt worden.

Die Indios ihrerseits sollen 38 Polizisten, die eine Ölförderanlage bewacht hielten, entführt haben. Davon sind laut Angaben der Regierung neun Beamte getötet und 25 befreit worden. Vier weitere entführte Polizisten seien nicht auffindbar.

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