Der 800 Meter tief gelegene Berliner Vorratsspeicher der Gasag zieht sich bis unter den Grunewald. Jetzt soll mit 17 Bohrgängen an zwei Standorten bis Ende September der Förderdruck des Erdgases erhöht werden.
Ziel ist es, dass zum Winter hin der Rohstoff schneller in die Berliner Haushalte strömen und eventuelle Lieferengpässe ausgleichen kann.
Speicher sichern Versorgung
Die Gasag will durch die Bohrungen sogenannte Spitzen im Winter abfedern. Durch die angestrebten 40 000 Kubikmeter mehr Gas pro Bohrloch könnte in den verbrauchsintensiven Berliner Wintermonaten auf teure Zukäufe aus dem Ausland verzichtet werden, hofft Gasag-Sprecher Klaus Haschker. Die Preise würden zwar für den Endverbraucher nicht sinken, aber „Versorgungssicherheit und Preisstabilität kann gewährleistet werden“. Auch wenn sich ein internationaler Gasstreit wie Anfang 2009 zwischen der Ukraine und Russland wiederholen würde, müsste in Deutschland auch in Zukunft niemand frieren. Grund ist die enorme Speicherkapazität für Erdgas in Deutschland.
Gasverbrauch in Deutschland
Unten lagern die Gasreserven der Hauptstadt, 750 000 Kubikmeter Erdgas beherbergt das unterirdische Reservoir zurzeit. Nach Angaben der Gasag ist das ein Fünftel des Berliner Jahresverbrauchs. Gut 35 Prozent davon kommen aus Russland, 16 Prozent aus Deutschland, der Rest aus skandinavischen Ländern und Holland. Bis 2012 könnte der Speicher auf über eine Million Kubikmeter erweitert werden. „Über eine Million Badewannen voll Gas wären das“, sagt Klaus Freytag, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg.