Deutschland hat zwar eine wenige Gasreserven, importiert aber sonst Gas aus dem Ausland. Das macht uns abhängig von den Importeueren wie zum Beispiel Russland, die sich als unbeständig in der Liefersicherheit gezeigt haben.
Damit sich das ändert sollen weitere Pipelines Deutschland mit dem kostbaren Erdgas versorgen.
Die Importe
Der Gasimport der EU erfolgt bislang vor allem über die bestehenden Pipelines aus Norwegen, Russland und Nordafrika. Fast die Hälfte der Kapazitäten von insgesamt etwa 320 Mrd. m³ pro Jahr entfällt dabei laut Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung auf Russland, mehr als ein Drittel auf Norwegen. Um die Erdgasversorgung langfristig sicherzustellen, sind weitere Pipelines im Bau bzw. geplant. Dazu zählen die Ostsee-Pipeline (Nord Stream), die Südosteuropa-Pipeline (South Stream), die Nabucco-Pipeline oder auch kleinere Projekte wie Galsi (Algerien-Italien) und Medgaz (Algerien-Spanien).
LNG – Liquefied Natural Gas
Als Alternative zu den Pipelines gibt es das LNG, das Flüssiggas, welches per Schiffslieferung über die Weltmeere transportiert wird und an bestimmten Häfen wieder gasförmig gemacht wird. Terminals zur Regasifizierung des LNG gibt es in der EU bereits in Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Großbritannien. Neue Anlagen sind im Bau, u. a. in den Niederlanden. In Deutschland gibt es diese Terminals allerdings nicht. In Deutschland musste die Bauentscheidung für ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven mangels bindender Kapazitätsbuchungen zunächst wieder auf Eis gelegt werden, weiß Jochen Weise, Vorstandsmitglied von E.on Ruhrgas. “Hier spielte sicherlich die Konkurrenz des parallel entwickelten Projekts Gate in den Niederlanden eine Rolle. Wilhelmshaven bleibt aber eine wichtige Zukunftsoption für unser Unternehmen.”