Der Chemiefabrikant Bayer plant eine Kohlenmonoxid-Pipeline für eins seiner Werke. Da Kohlenmonoxid hochgiftig ist, laufen die Anwohner Sturm. Ein Streit um eine etwas andere Pipeline.
Durch das Rohr will Bayer Kohlenmonoxid (CO) pumpen. Anwohner versuchen seit Jahren, das Projekt zu verhindern. Ende Mai hatten die Düsseldorfer Richter eine einstweilige Verfügung auf sofortige Inbetriebnahme abgelehnt. “Das Düsseldorfer Gerichtsurteil war ein beachtlicher Meilenstein für die Gegner”, sagt Ursula Probst von der Bürgerinitiative Mut Hilden e.V. Seit zwei Jahren kämpft sie gegen das Rohr in der Nachbarschaft. “Es bedeutet eine riesige Gefahr für uns alle”, sagt sie. “Es gibt eine Menge technischer Ungereimtheiten.” Die Leitung könne sabotiert werden, sie rostet schnell, die Schweißnähte könnten leck schlagen. Sie fürchtet sich vor dem unsichtbaren aber tödlichen Gas, das unter ihrer Wohnsiedlung strömt. Probst ist nicht alleine: Tausende Anwohner wurden in den vergangenen Monaten aktiv. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine Mahnwache stattfindet oder Politiker aufs Podium gebeten werden. Vielleicht ist es auch die Tücke des Gases, das die Bürger so aktiv werden lässt. Es ist unsichtbar, geruchlos und ein lebensgefährliches Gift. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft klassifiziert Kohlenmonoxid als sehr gefährlich ein: Wenn CO eingeatmet wird, verdrängt es den Sauerstoff im Blut. Die Betroffenen klagen zunächst über Kopfschmerzen, später werden sie bewusstlos und können ersticken.