Die EU-Kommission unter der Präsidentschaft von José Manuel Barroso hütet den Wetbewerb und bestraft Kartellsünder, die den Verbrauchern und Unternehmen durch geheime Absprachen über Preise Schaden zufügen. Im Zeitraum zwischen 2005 und Juli 2009 beliefen sich die Strafgelder auf eine Summe von fast 10 Milliarden Euro.
In den letzten Jahren verschäfte die Kommission ihren Kurs gegen die Kartelle. Damit stiegen auch die angesetzten Bußgelder. Betrugen sie in den Jahren von 2000 bis 2004 noch 3,7 Milliarden Euro, haben sie sich im gleichen Zeitraum bis Juni 2009 auf 9,5 Milliarden mehr als verdoppelt.
Konzernen ist es in der EU strengstens verboten, sich zu Kartellen zusammen zu schließen und damit den Verbrauchern, durch geheime Preisabsprachen zu schaden. Für solche Vergehen kann die Barroso-Kommission Bußgelder auferlegen, die bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes betragen können. Der Schaden, den die Kartelle zwischen 2005 und 2007 verursacht haben beläuft sich auf 7,6 Milliarden Euro. Unter den Überltätern lassen sich nahmhafte Riesen wie E.On, Gaz de France, ThyssenKrupp, Hoffmann-La Roche oder Siemens finden.
Eu-Wettbewerbskommissarin, Neelie Kroes, betonte, dass die Wettbewerbsvorschriften gerade in Krisenzeiten für die Wirtschaft von entscheidender Bedeutung seien. Sie hatte erst im Juli die beiden Energikonzerne E.On und Gaz de Frande mit jeweils 552 Millionen Euro bestraft, weil unter den beiden Unternehmen illegale Absprachen abgehalten wurden, die auf Kosten der Gasverbraucher in Deutschland und Frankreich gingen.
Solche Bußgelder fließen in die EU-Kasse und reduzieren damit die Beiträge der Mitgliedsstaaten. Besonders Deutschland profitiert als größter Einzahler de EU von diesen Einnahmen.