Künftig wirbt in Deutschland ein neuer Energieanbieter um Kunden. Damit bekommen die großen Konzerne auch auf ihren eigenen Märkten neue Konkurrenz. Der neue Rivale, mit Sitz in Hagen, arbeitete damals unter dem Namen Sewag und nennt sich nun Enervie. Vor kurzem übernahm die Gruppe den Versorger Nuon Deutschland. Enervie-Chef Ivo Grünhagen erklärte auf der Energiemesse „E-World“, dass es derzeit so ausschaue als wenn der Deal bis März unter Dach und Fach sei. Nur die Kartellbehörden müssten noch ihre Einwilligung geben.
Ab dem Zeitpunkt werde man eine neue, gemeinsame Strategie festlegen. Bisher beliefert der Konzern Nuon vor allem Kunden in Metropolen mit Strom und Gas. Diese Strategie werde auch erst einmal beibehalten. Zwar bleibe Nuon in der Unternehmensgruppe eigenständig, aber ihren Namen dürfen sie nicht behalten. Enervie hat das Unternehmen von der niederländischen Mutter gekauft, nachdem diese von Vattenfall geschluckt wurde. Die EU-Wettbewerbshüter verboten dem großen Energiekonzern, zu dem auch EON, RWE und EnBW zählen, Nuon zu übernehmen.
Die Kunden des Unternehmens kommen bisher vor allem aus Hamburg und Berlin. In Nordrhein Westfalen kommen die Kunden aus den Städten Essen, Düsseldorf und Köln. In Städten wie Nürnberg, Bremen, Hannover und München sind sie ebenfalls aktiv. Das Unternehmen Nuon bringe sehr viel Vertriebskompetenz mit, sagt Grünhagen. Da Enervie selber die meisten Kunden über das Internet wirbt, können sie davon lernen.
Enervie zählt zur Zeit circa 400 000 Kunden vor allem in der Region Südwestfalen. Mit einer Zahl von 1550 Mitarbeitern brach der Konzern im Jahr 2008 erstmals die Milliardenmarke, mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich schmolz der Gewinn jedoch fast ganz. Von 16,1 Millionen Euro blieben am Ende noch 400 000 Euro übrig. Begründet ist dies in der Tatsache, dass das Unternehmen fast 40 Millionen Euro beiseite legen musste, weil sie zu viel für die Netzanteile berechnet hatten.