Günter Öttinger, der EU-Energiekommissar, rechnet in Folge der Baukosten für die Ostseepipeline, die sich auf eine Millionensumme beläuft, nicht mit einem Anstieg der Gaspreise. Im Deutschlandfunk erklärte der CDU-Politiker am Freitag, dass die Pipeline sehr gut kalkuliert sei. In den kommenden Jahren werde der Preis für Gas viel mehr von der Konjunktur und von den Märkten abhängig sein.
Öttinger sagt weiter, dass sich diese mit Blick auf die Versorgungssicherheit mit jeder weiteren Pipeline erhöhe. Zudem versicherte er, dass die Abhängigkeit Europas von Russland durch die Gaslieferungen durch die Ostsee steigen werde. Er vertraue darauf, dass die langfristigen Lieferverträge eingehalten werden. Vielmehr gäbe es, aufgrund der Exporte von beispielsweise Maschinen und andere High-Tech-Produkte nach Russland, eine gegenseitige Abhängigkeit.
In den nächsten Jahren komme es trotzdem auf eine bessere Ausnutzung der Energieressourcen an. Die Bedeutung von Gas werde, durch einen vernünftigen Energiemix, nicht steigen, sondern eher konstant bleiben. Laut dem russischen Energiekonzern sollte am Freitag bei Wyborg (Russland) der offizielle Baustart mit einem Festakt vollzogen werden. Auf einer Länge von 1220 km sollen insgesamt drei Verlegeschiffe in der südlichen Ostsee und vor Schweden im finnischen Meerbusen bis 2012 zum Einsatz kommen.
Der EU-Kommissar bekräftigte mit Blick auf die Nabucco-Pipeline, die Europa mit Gas aus Zentralasien versorgt, dass die Pipeline frühestens im Jahr 2018 in Betrieb gehen werde. Zur Zeit werde eine Konferenz mit allen beteiligten Ländern und Unternehmen vorbereitet. Dabei sei dann erst im Dezember klar, ob dieses Projekt wirklich realisiert werden wird. Besonders wichtig hierbei sei, dass die Pipeline über Verträge über Liefermengen rentabel gemacht wird.