Ende April sank die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ nach einer Explosion und einem Brand. Bis heute hat BP die Katastrophe und die Ölpest nicht in den Griff bekommen – sehr zum Ärger des US-Präsidenten Barack Obama. Eine neuer Versuch, das ausströmende Öl aufzufangen, scheint aber erste Erfolge zu zeitigen.
Bereits seit sechs Wochen sprudelt das Öl ins Meer und verursacht einen Ölteppich, der die Ursache für die neuen Bilder von Vögeln mit ölverschmiertem Gefieder darstellt. Es gab zahlreiche Versuche, das Leck zu beheben, aber alle scheiterten. Jetzt kann BP allerdings einen Teilerfolg verzeichnen. Nachdem das zuvor nur nur an Land getestete Verfahren „Top Kill“ gescheitert war, bei dem zäher Schlamm unter hohem Druck eingespritzt wurde, in der vergeblichen Hoffnung, das Loch zu verschließen, hat man nun eine Saugglocke über das Loch gestülpt, um das aufgefangene Öl und Gas auf ein Schiff umzuleiten. Wie erfolgreich das „Top Cap“ genannte Verfahren ist, und wieviel von den Rohstoffen tatsächlich aufgefangen wird, ist allerdings noch nicht absehbar.
Der Präsident ist verärgert
Die Börsenkunden honorierten den Zwischenerfolg mit dem Anstieg der Shell-Aktie um vier Prozent. Im Weißen Haus hingegen ist man nicht so begeistert: er sagte eine Reise nach Australien und Indonesien ab, um die Katastrophenstelle am Golf von Mexiko zum dritten Male zu besuchen und befindet, der Treibstoffkonzern müsse selbst dafür Sorge tragen, dass. Wütend sei er, so sagte es Obama im Gespräch mit Larry King, dass BP die Konsequenzen seiner Handlungen nicht durchdacht habe – und weist dem Konzern die Verantwortung für die Wiedergutmachung des Schadens zu.