Versiegelung nicht mehr nötig?

Das Leck beim Bohrloch der gesunkenen Plattform „Deepwater Horizon“ wird unter Umständen gar nicht mehr versiegelt, wie es seitens des Konzerns heißt.

Am 20. April dieses Jahres ist die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ nach einer Explosion gesunken; die Sicherheitsbestimmungen hatte der betreibende Konzern BP eher lax gehandhabt, und man munkelt, die Katastrophe wäre durchaus vermeidbar gewesen. Die Folgen der größten Ölpest der Geschichte, die daraus entstanden ist, kann man noch nicht wirklich absehen, fest steht jedoch eines: sie sind verheerend (nicht nur) für die Region um den Golf von Mexiko. Nun scheint es seit ca. einer Woche, als habe es geklappt, das Leck zu verschließen. Bislang allerdings nur von oben. Der Konzern prüft jetzt, ob die angestrebte Methode „Bottom Kill“ überhaupt noch zum Einsatz kommen soll, bei der in das Loch von unten verschlossen wird. Dieses wurde zunächst für nötig erachtet, es ist mittlerweile allerdings nicht mehr ganz klar, ob es noch sein muss oder aber überflüssig ist. Sollten aber der Druck im Bohrschacht noch immer zunehmen, würde dies bedeuten, dass noch immer Öl fließt, was bedeuten würde, dass das bisher angewandte „Top-Kill“-Verfahren nicht erfolgreich gewesen ist. In Fachkreisen gilt es als wahrscheinlich, dass noch weiter an der Quelle gearbeitet werden muss. Jetzt ist BP neben seinem Verhalten im Vorfeld und im Anschluss an die Katastrophe auch noch wegen einem anderen Unfall negativ in die Schlagzeilen geraten: vor 5 Jahren gab es eine Explosion in einer Raffinerie, bei der 15 Menschen ums Leben kamen und 170 verletzt wurden. Der Konzern muss 50,6 Millionen Dollar Strafe zahlen und erklärt sich bereit, eine halbe Milliarde Dollar in Sicherheitsverbesserungen der Raffinerie stecken. Angesichts der Katastrophe im Golf von Mexiko ist das allerdings nur die Spitze des Eisbergs.

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