Die Ölpreisbindung sollte ursprünglich vor zu hohen Gaspreisen bewahren. Jetzt hat sich das Ganze umgekehrt und der Energieriese Eon sieht sich massiven Kürzungen und Entlassungen innerhalb der Gassparte gegenüber. Das derzeit überaus günstige Gas, macht den Einkauf des Konzerns zur Kostenfalle.
Gas aus dem Osten ist preisgebunden
Derzeit erschreckt der Energiekonzern Eon seine Investoren und Mitarbeiter mit dem Gerücht, dass Tausende von Stellen abgebaut werden müssen und sogar Standorte schließen sollen. Bisher nicht bestätigt aber auch nicht dementiert, verunsichern die Gerüchte vor allem die betroffenen Mitarbeiter. Grund für die Kürzungen im eigentlichen erfolgsverwöhnten Eon Konzern sind die sinkenden Gaspreise, von denen die meisten Gasanbieter profitieren, nicht aber Eon. Denn der Konzern bezieht sein Gas hauptsächlich aus Russland und hier unterliegt das Gas der Bindung an den Ölpreis. So könnte die ursprüngliche Preisdeckelung jetzt für die Pleite und den Abbau vieler Arbeitsstellen in der Eon Gassparte werden. Denn andernorts kaufen andere Anbieter ihr Gas wesentlich billiger ein und können es auch billiger verkaufen. Die Gassparte von Eon macht, wenn sie mit den Preisen mithalten will, dagegen Verluste.
Kein Grund zur Panik
Vielleicht liegt es am Sommerloch, dass die Meldung so aufgebauscht wurde. Das Infrage stellen so vieler Arbeitsplätze darf natürlich keine Ente zum Stopfen des Sommerlochs sein, aber bisher gab es noch keine Bestätigung von der Eon Spitze. Also heißt es zunächst abwarten ob der gigantische Konzern nicht diese Durststrecke auch ohne Streichungen verkraften kann. Denn die niedrigen Preise für Gas aus aller Welt dürften bestenfalls eine vorübergehende Erscheinung aufgrund der Verflechtung zahlreicher politischer und weltwirtschaftlicher Entwicklungen sein.