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Kochen mit Erdgas

Der erste Gasherd wurde im Jahre 1802 von einem Herrn Winzer in Österreich erfunden. Ab da bauten dann die Engländer, und ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Franzosen gasbetriebene Kochgeräte. In Deutschland wurde der erste Vorläufer der heutigen Gasherde Ende des 19. Jahrhunderts präsentiert.
Vor allem auf dem Land, wo die Stromversorgung Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise noch nicht so gut war, haben sich Gasherde, die mit einzelnen Flaschen betrieben werden, sehr lange gehalten.
In den Städten hingegen ist man wegen der Explosionsgefahr und dem bis Mitte des 20. Jahrhunderts verwendeten giftigen Stadtgas mehr und mehr auf Elektroherde ausgewichen.

Durch Verbesserung der Sicherheitstechnik und immer wieder neuen Standards setzte sich der Gasherd jedoch in anspruchsvollen Küchen mehr und mehr durch und gilt heute sozusagen als ein Must have in jeder guten Küche. Den meisten von uns ist es ja aus Film und Fernsehen bekannt. Wer richtig gut und auf den Punkt genau kochen möchte, der kocht mit Gas. Alle beliebten Fernsehköche, von Tim Mälzer bis zu Johann Lafer kochen mit einem Gasherd.

Ein Gasherd hat gegenüber einem elektrischen Herd viele Vorteile. Die Hitze ist sekundengenau regulierbar, was vor allem bei Gerichten wie Steak und Pasta wichtig ist, wo es wirklich auf den richtigen Garpunkt ankommt. Die Hitze ist auch sofort da, man muss nicht wie bei Elektroherden minutenlang warten bis der Topf oder die Pfanne heiß ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ceranfeldern können auf einem Gasherd auch preiswerte unebene Töpfe und Pfannen beim Kochen eingesetzt werden.

Der Betrieb eines Gasherds ist durch die niedrigen Gaspreise wesentlich günstiger als ein Elektroherd, denn eine Kilowattstunde Erdgas kostet in der Regel nur etwa 20 bis 30 Prozent des Betrags, den man für eine Kilowattstunde Strom zahlen muss. Außerdem ist man so unabhängig von der Stromlieferung, was die Zubereitung von warmen Gerichten auch in Gebieten ohne Stromversorgung oder bei einem unerwarteten Stromausfall erlaubt. Außerdem hat der Gasherd in seinem Backofen eine größere Hitze als ein herkömmlicher Elektroherd.

Als Nachteile wären die offene Flamme zu nennen, als auch der Verzicht auf Kochgeschirr mit Kunststoffgriffen, da diese durch die hohen Temperaturen am Topf selbst zu leicht beschädigt werden könnten. Und aufgrund der offenen Flamme lassen sich im Backofen keine Temperaturen einstellen, die unter 150 Grad liegen. Bei sachgemäßem Umgang stellt dies alles aber kein Problem dar. Mittlerweile gibt es auch Gasherde mit Ceranfeld, so dass man alle Vorteile auch ohne offene Flamme nutzen kann.