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Preisentwicklung von Erdgas

Wenn man über die Preisentwicklung von Erdgas sprechen möchte, muss man grundsätzlich festhalten, dass der Gaspreis ein Marktpreis ist. Das bedeutet, er orientiert sich an den Preisen anderer Energieträger, die zu ihm in einem Konkurrenzverhältnis stehen. Somit kann der Gaspreis in Zukunft noch ansteigen, da sich die Preise für andere Rohstoffe wegen Knappheit und Lieferbedingungen auch weiter erhöhen werden.

Aber es gibt bundesweit gesehen erhebliche regionale Unterschiede beim Gaspreis. Teilweise belaufen sich die Unterschiede bei den Gaspreisen für die einzelnen Haushalte auf bis zu 30 Prozent. Grundsätzlich muss man festhalten, dass der Preis seit dem Jahre 1997 bis heute um geschätzte 70 Prozent gestiegen ist. Alleine die Beschaffungskosten sind innerhalb der letzten Jahre deutlich angestiegen, bis zum Jahre 2006 um bis zu 40 Prozent. Um die Steigerung mit Zahlen deutlich zu machen, hier ein einfaches Beispiel: Im Frühjahr 2000 musste ein Haushalt mit einem Verbrauch von 33.540 Kilowattstunden Erdgas im Durchschnitt etwa 1.000 Euro bezahlen. In den Jahren danach stieg der Gaspreis dann konstant an, bis auf einen kleinen Einbruch im Jahre 2002, so dass man anfang des Jahres 2006 für den gleichen Energieverbrauch rund 1.700 Euro zahlen musste. Das ist fast das Doppelte wie vorher.

Im Zuge der weltweiten Preisentwicklung haben viele Gasanbieter eine erneute Anhebung der Gaspreise angekündigt, welche aber vielerorts nicht der Höhe der gestiegenen Beschaffunsgkosten entsprechen, sondern diese noch übertreffen. Deshalb haben jetzt nicht nur Verbraucherzentralen Statistiken zur Preisentwicklung erhoben, um unangemessene Erhöhungen aufzuzeigen, sondern auch das Kartellamt will nun die Gaspreise überprüfen und sich die Erhöhungen begründen lassen.
Der Gasmarkt ist institutionell nicht so überwacht wie beispielsweise der Strommarkt, da es in diesem Fall keine richtige Preisaufsichtsbehörde gibt. Dadurch besteht natürlich schnell die Gefahr, dass große Unternehmen ihre Stellung als marktbeherrschende Konzerne dahin mißbrauchen, die Preise unnötig in die Höhe zu treiben.

Der Gaspreis ist an den Ölpreis gebunden, was sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Dadurch, dass Erdgas als Energieträger immer mit anderen Rohstoffen, vor allem Heizöl, am Markt konkurriert, kann es nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn es sich preislich an seinen stärksten Konkurrenten orientiert. Außerdem schützt die Preisbindung vor der großen Macht der wenigen großen Erdgasproduzenten. Denn Deutschland bezieht sein Erdgas zu runden 80 Prozent allein von drei Ländern, und zwar Norwegen, Russland und den Niederlanden. Nur können diese nicht eigenmächtig den Preis diktieren, weil der sich eben am Ölpreis orientieren muss.

Somit muss man feststellen, dass sich der Gaspreis durch die weltweite Entwicklung auf dem Ölmarkt und durch veränderte Konditionen in der Beschaffung deutlich erhöht hat. Es besteht allerdings immer noch die Hoffnung, da die örtlichen Versorger die Preise nach den Verhältnissen im jeweiligen Versorgungsgebiet bilden, dass sich die Erdgaspreise trotz allem durch mehr Konkurrenz auf dem Markt zurück entwickeln können. Das liegt auch in der Hand der Verbraucher, die durch einen Anbieterwechsel zu mehr Konkurrenz auf dem Markt beitragen können.