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Was ist Erdgas?

Erdgas ist in seiner Form ein brennbares Naturgas. Es kommt grundsätzlich nur unterirdisch vor, und befindet sich in großen Vorkommen meist in der Nähe von Erdöl, da beide Rohstoffe auf fast dieselbe Art und Weise in Millionen von Jahren entstanden sind.

Methan bildet den Hauptbestandteil von Erdgas. Die Anteile der anderen Gase schwanken je nach Fundort und chemischen Voraussetzungen. Ein unerwünschter Bestandteil ist Schwefelwasserstoff, der aber mithilfe der üblichen Entschwefelung des Gases beim Förderungsablauf entfernt wird. Hinzu kommt, das Erdgas bis zu neun Prozent Kohlenstoffdioxid enthält. Da dieses aber in keiner Form genutzt wird, gibt man es im Rahmen der Förderung einfach in die Luft ab. Dieses unerwünschte Abfallprodukt kann auf diese Weise ein Volumen von täglichen 28.000 Tonnen auf einer einzigen Bohrinsel erreichen.

Je nach Herkunft und Zusammensetzung unterscheidet man die verschiedenen Arten von Erdgas durch die Kennzeichnung mit Buchstaben. Das Gas aus Russland, welches zu 98 Prozent aus Methan besteht und zu jeweils einem Prozent aus weiteren Alkanen sowie Inertgasen wird mit dem Buchstaben „E“ gekennzeichnet. In diesem Fall steht der Buchstabe „E“ für eng. Energy. Es gibt auch Gase, die mit dem Buchstaben „L“ für eng. Low gekennzeichnet werden, diese weisen einen geringeren Methananteil auf. Sofern das Gas mehr Anteile an höheren Kohlenwasserstoffen enthält, womit Butan, Propan oder Ethan gemeint sein können, wird es als nasses Erdgas bezeichnet.

Erdgas ist geruchlos und brennbar. Außerdem hat es die physikalischen Eigenschaften unsichtbar und ungiftig zu sein. Trotzdem nimmt man zu Hause bei aufgedrehtem Gashahn immer diesen typischen Gasgeruch war. Dieser entsteht, weil dem Gas ein Duftstoff in Form von Thioether beigefügt wird. Die Explosionsfähigkeit entsteht erst durch die Durchmischung mit normaler Luft. Wenn dieses Gemisch einen Erdgasanteil zwischen fünf und fünzehn Prozent aufweist, dann kann es durch Feuereinwirkung exlodieren. Für sich alleine genommen ist das Erdgas, welches auch leichter als Luft ist, zwar brennbar, aber explodiert nicht. Dieser Effekt ist auch am Gasherd zu beobachten.

Die Erdgasvorkommen auf unserer Erde sind begrenzt, denn die Entstehung von Gas nimmt sehr viele Jahre in Anspruch, so dass es zu den fossilen Rohstoffen gezählt wird. Es ist schätzungsweise zwischen 15 und 600 Millionen Jahre her, dass das heute für uns verfügbare Erdgas entstanden ist. Dies geschieht, einfach gesagt, durch hohe Temperatur und hohen Druck auf Ablagerungen von kleinen Organismen. Wenn diese Stellen luftdicht abgeschlossen sind, dann kann dort Erdgas entstehen. Die heutigen Vorkommen waren damals Meeresboden, auf den Algen, Plankton und andere Mikroorganismen hinabgesunken sind. Über diesen haben sich undurchlässige Schichten gebildet, und durch bestimmte chemische Prozesse entstand an diesen Stellen Erdgas.

Es ist sehr häufig der Fall, dass Erdöl und Erdgas gemeinsam vorkommen, reine Gasfelder sind relativ selten. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Erdgasvorkommen weltweit verteilt sind, allerdings lohnt sich nicht in jedem Fall die Förderung. Das Troll-Feld in Norwegen, das Urengoj-Gasfeld in Russland sowie das Nord-Feld in Katar gehören zu den größten und bekanntesten Erdgasvorkommen weltweit. Allein durch die Förderung dieser drei Felder wird ein großer Teil des Gasbedarfes abgedeckt. Man geht aber noch davon aus, dass es im Gebiet des heutigen Iran noch große und bisher unerschlossene Gasvorkommen gibt. Ein grundsätzliches Problem bei der Erdgasförderung stellt die Unvorhersehbarkeit dar. Denn ein Erdgasvorkommen erschöpft sich nicht in einem Prozess, sondern im Falle der Entleerung einer Quelle stoppt die Förderung einfach. Somit ist es schwierig, die weltweiten Erdgasvorkommen für die Zukunft optimal einschätzen und bewerten zu können.